Zwei Stunden Toben auf dem Spielplatz, und den mitgebrachten Becher hat das Kind keines Blickes gewürdigt. Kinder ignorieren Wasser nicht mit Absicht — Spielen schlägt Durst, jedes Mal. Das Trinken muss man meist mit einbauen.
Hier sind die deutschen Richtwerte nach Alter, wo Milch und Saft hingehören, und was bei einem Kind hilft, das „vergisst" — mit der ehrlichen Einschränkung, dass jede Zahl unten eine Startlinie ist, keine Soll-Vorgabe.
Kurz gefasst
- 1–3 Jahre brauchen rund 820 ml Getränke am Tag, 4–6 Jahre etwa 940 ml — Milch zählt mit, nicht nur Wasser.
- Milch ist für Kinder ein richtig gutes Getränk. Saft ist der Kandidat zum Deckeln: kein Saft im ersten Jahr, danach kleine Mengen.
- Babys unter 6 Monaten bekommen kein zusätzliches Wasser — Muttermilch oder Pre-Nahrung reicht. Im Zweifel: Kinderarzt.
Die Mengen, Alter für Alter
Die Referenzwerte der DGE für die Zufuhr über Getränke sind erfreulich schlicht: rund 820 ml am Tag für 1- bis unter 4-Jährige, etwa 940 ml für 4- bis unter 7-Jährige, danach mehr. Gemeint sind Getränke insgesamt — also Wasser und Milch zusammen, der Teil, den die meisten Tabellen unterschlagen.
Dazu der Zusatz, der zählt: Die Mengen schwanken individuell und steigen mit Bewegung und Hitze. Ein Julitag im Freibad ist ein anderer Tag als ein verregneter drinnen. Lies die Zahlen als Startlinie, nicht als Quote. Für die eigene Menge steht die Rechnung im Erwachsenen-Guide.
| Alter | Getränke pro Tag (Wasser + Milch) | Notiz |
|---|---|---|
| 0–6 Monate | Kein extra Wasser | Muttermilch oder Pre-Nahrung deckt alles. Zusätzliches Wasser kann in diesem Alter schaden. |
| 1–3 Jahre | ca. 820 ml | Milch zählt mit — nicht 820 ml reines Wasser. |
| 4–6 Jahre | ca. 940 ml | Die Kita-Trinkflaschen-Jahre. Schau, ob sie leerer heimkommt. |
| 7–10 Jahre | ca. 970 ml | Nähert sich der Erwachsenenmenge an. Sport-Tage brauchen mehr. |
| 10–13 Jahre | ca. 1 170 ml | Fast schon Erwachsenen-Terrain. An heißen Tagen deutlich mehr. |
Milch ist Stammspieler, Saft ist Gast
Milch und Wasser sind für Kinder die Basis-Getränke. Milch wässert und liefert nebenbei Calcium, Eiweiß und Vitamin D — ein seltenes Getränk, das zwei Jobs gleichzeitig macht.
Beim Saft kommen die Grenzen. Auch 100-%-Saft ist verdünnt am besten aufgehoben: als Schorle im Verhältnis etwa eins zu drei, und im ersten Lebensjahr gar nicht. Das eigentliche Problem ist nicht der Zucker einer einzelnen Packung, sondern der Gaumen — ist Süß erst der Normalfall, schmeckt reines Wasser plötzlich nach Rückschritt.
Kakao und andere gesüßte Milch fallen aus demselben Grund unter „selten": Milchnährstoffe mit Zucker obendrauf.


Basis-Getränke
Wasser und ungesüßte Milch — mehr braucht es laut Fachgesellschaften nicht.

Manchmal, in Maßen
100-%-Saft nur als verdünnte Schorle. Auch gesüßte Milch gehört hierher.


Für Kinder noch nicht
Koffeingetränke und süße Café-Drinks: je später, desto besser.
Wenn dein Kind einfach nicht trinkt
„Trink, wenn du Durst hast" versagt bei Kindern mehr als bei allen anderen, weil das Spielen das Signal übertönt, bis sie schon quengelig und rot im Gesicht sind. Was hilft, ist weniger Aufwand und mehr Spaß — Mechanik statt Ermahnung.
Und der stärkste Hebel bist du. Kinder machen nach, was sie sehen, nicht was sie hören. Wir haben WOOMOOL für Erwachsene gebaut, aber Eltern, die ihr eigenes Glas festhalten und trinken, sind die beste Wasser-Werbung für ein Kind.
- Das Kind wählt die Flasche. Die selbst ausgesuchte Dino-Flasche schlägt hundertfaches Ermahnen.
- An Momente koppeln, nicht an Durst — ein Schluck vor dem Rausgehen, einer in der Halbzeit, ein Becher zu Hause.
- Wasser sichtbar und erreichbar halten. Ein kleiner Becher auf Kinderhöhe, den es selbst füllen kann, arbeitet den ganzen Tag leise mit.
- Ungesüßter (Früchte-)Tee als Umweg — mag es kein reines Wasser, ist koffeinfreier Tee ein guter Ersatz. Auch die Flüssigkeit aus Suppe und Obst ist für den Körper Wasser.
Häufige Fragen
- Mein Kind trinkt nur Milch und verweigert Wasser. Ein Problem?
- Milch wässert gut, es ist also nichts kaputt. Zu viel Milch macht allerdings satt und verdrängt Mahlzeiten — halte sie im moderaten Rahmen und schieb Wasser in kleinen Bitten dazwischen: ein Schluck nach der Milch, ein Schluck vor dem Rausgehen.
- Müssen wir Saft komplett streichen?
- Nein — deckeln, nicht verbieten. Im ersten Lebensjahr gar nicht; danach nur ab und zu und am besten als verdünnte Schorle. Ist Saft schon Gewohnheit, funktioniert schrittweises Verdünnen besser als ein kalter Entzug.
- Zählen Tee und Suppe zur Menge?
- Ja. Ungesüßter Tee ist praktisch Wasser, und die Flüssigkeit aus Suppe, Obst und Joghurt landet im selben Tank. Deshalb ist es realistischer, aufs Kind zu schauen als auf den Messbecher: heller Urin und normale Energie sind der bessere Gradmesser.
Wie dieser Ratgeber entstanden ist
Geschrieben vom WOOMOOL-Redaktionsteam. Jede Zahl und jede Aussage wurde gegen die im jeweiligen Absatz verlinkte Primärquelle geprüft (PubMed, DGE, BfR, MedlinePlus und Vergleichbares); wo die Belege dünn sind, sagen wir das, statt zu übertreiben. Die Entwürfe entstanden mit Hilfe von KI-Werkzeugen und wurden vor der Veröffentlichung von einem Menschen gegen die zitierten Quellen gegengeprüft.
Dies sind allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung oder Diagnose. Wenn du schwanger bist, eine Nieren- oder Herzerkrankung hast oder Medikamente nimmst, geht der Rat deiner Ärztin oder Apothekerin allem hier vor.